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ADT Tag 3, der letzte dieser Jahrestagung: Der Tag des Muts

Bild des Mitglieds muffel-bote

Liebe Leser des muffel-forums,
dass heute so mancher Referent Mut bewies, zeige ich Euch hier. Wieder ein packender Fortbildungstag!
 
Der letzte Tag der diesjährigen ADT machte besonders deutlich, wie dringlich die zahnärztlich-zahntechnische Zusammenarbeit für den gemeinsamen Erfolg am Patienten ist. Drei Vortragende hatten den Mut, eigene implantologisch-prothetische Misserfolge in Bildern zu dokumentieren und sich nicht zu schonen. Die Fälle waren sehenswert, sage ich Euch! Die Referenten leiteten daraus nicht nur bessere Vorgehensweisen ab, damit die Dinge erst gar nicht dorthin gelangen, sondern sie zeigten konkret, wie man aus der Patsche kommt. Immer wieder wurde betont, welch große Bedeutung die Rückwärts-Planung mit Einbindung von prothetischem Wissen des Technikers besitzt, um von Anfang an die Weichen auf Patientenzufriedenheit und Langzeiterfolg zu stellen.
 
Das Schöne ist, dass nicht nur Zahntechniker die Einbeziehung fordern, sondern sich zahnärztliche Fachgesellschaften ausdrücklich zu diesem Credo bekennen, zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie (DGZI). Schon seit einiger Zeit richtet die ADT ihre Jahrestagung gemeinsam mit ihr aus. Diesmal wurde diese Zusammenarbeit durch extra angebotene Parallelveranstaltungen am heutigen Samstag dokumentiert. Dabei kamen die Vorträge nicht nur von zahnärztlicher oder wissenschaftlicher Seite, sondern auch von einem Zahntechnikermeister: Volker Weber, Aachen. Ein weiterer angekündigter Referent der Zahntechnik war leider erkrankt – der Vortrag hatte im Team Zahnarzt-Zahntechniker gehalten werden sollen. Dr. Georg Bach und ZTM Christian Müller, beide Freiburg i. Br., wollten so für die Zuhörer das gute Miteinander als Beitrag zum Erfolg erlebbar machen.
 
Als mutig möchte ich auch zwei andere Vorträge dieses DGZI-Parallel-Teils bezeichnen: Dr. Christiane Kunert-Keil, Universität Greifswald, nahm Knochenersatzmaterialien und Membranen unter die Lupe: Wie steht es mit der biologischen Verträglichkeit und den osseointegrativen Eigenschaften? Professor Dr. rer. nat. Christoph Bourauel, Universität Bonn, berichtete von seinen Analysen zu „Mini“- und „Shortie“-Implantaten: Finite-Elemente-Berechnungen sollten Aufschluss über das biomechanische Verhalten geben und die Frage beantworten helfen: Wenn wenig Knochen da ist, wie kurz und klein können Implantate sein? Solche Studien nenne ich mutig, weil es sein kann, dass der Forscher ein Produkt oder einen Hersteller mit den erhaltenen Ergebnissen ohrfeigt.
 
Auf jeden Fall denke ich: Alle Vorträge, die ich in diesem Bericht erwähnt habe, zogen die Teilnehmer in ihren Bann. Euch wäre – oder ist – es genau so ergangen, kein Zweifel!
 
Wenn Ihr nun Eure Zahnärzte auf die ADT aufmerksam machen wollt, dann erwähnt auch, dass diese für das volle Programm einschließlich eines Workshopbesuchs 20 Fortbildungspunkte erwerben – und das wie gesagt, bei einem Jahresmitgliedsbeitrag von 96 Euro beziehungsweise zu einer Gesamt-Kongressgebühr von 140 Euro. Manche ADT-Vorträge berücksichtigen sogar schwerpunktmäßig die klinische Sicht. Diesmal sprach zum Beispiel Dr. A Rzanny, Universität Jena, zur adhäsiven Befestigung von Restaurationen und gab praktische Hinweise für den klinischen Erfolg aus werkstoffkundlicher Sicht. Im Klartext: Sie stellte neue In-vitro-Studien zu selbstätzenden und totalätzenden Systemen vor und nannte die Ergebnisse zu Haftwerten an Schmelz und Dentin. Das Thema, meine ich, reißt praktisch jeden Zahnarzt, und Zahntechniker ebenso, vom Hocker.
 
Die nächste Jahrestagung, ebenfalls in der Kongresshalle Böblingen, findet von Donnerstag, 07. bis Samstag, 09. Juni 2012 (Fronleichnams-Wochenende) statt. Natürlich muss man dazu einiges an Zeit/Freizeit opfern, aber die ADT ist es wert, finde ich.

Die ADT-Berichte zu Tag 1 und Tag 2 findet Ihr übrigens im Hauptmenü unter "der muffel-bote - ADT" so in der Mitte der Liste :-)

 
Damit verabschiede ich mich von Euch und sende herzliche Grüße von der zu Ende gegangenen ADT 2011
Euer muffel-bote

Wenn man so viel Spannendes zu Implantaten hört, will man sich auch in der Industrieausstellung der ADT über Produkte informieren. Hier lässt sich ein Kongressteilnehmer die spezifischen Eigenschaften an einem vergrößerten Modell schildern.