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Ein weiterer Paukenschlag auf der IDS: überall 3D-Druck

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Ein weiterer Paukenschlag auf der IDS: überall 3D-Druck

 

Die ehemals „jungen Wilden“ wie Envisiontec, Eos oder Stratasys (Objet) haben den 3D-Druck schon lange im Programm und tummeln sich auch im Dentalbereich. Auf der IDS 2015 melden sich erstmals profilierte Dentalfirmen an die Drucker-Front. Mir sind hier gleich vier aufgefallen: Bego, Dentona, Schütz Dental und Shera. Und warum bin ich schließlich auch noch bei model-tray hängen geblieben? ...

 

Und am Schluss findet Ihr die Frage an Euch: Mögt Ihr das Drucken?

 

Bego

Bego hebt besonders hervor, dass der Drucker Varseo mit Dentallaboren für Dentallabore entwickelt wurde – und dass er offene Schnittstellen besitzt, um andere Daten zu empfangen. Es gibt ein erweiterbares Materialspektrum, schon jetzt (ab Mai) können mit acht lichthärtenden Harzen der neuen VarseoWax-Familie Schienen, Bohrschablonen, individuelle Abformlöffel sowie Modellgussgerüste zum Ausbrennen und Gießen hergestellt werden. Dazu gehört eine Extra-Einbettmasse. Im Herbst kommen Basen, Provis, Modelle und auch permanente Kronen- und Brücken hinzu. Etwas Besonderes ist die wissenschaftliche Absicherung der Spezialharze (durch die Danube Private University Krems, Professor Dr. Constantin vom See). Zum Service gehören die Aufstellung und Inbetriebnahme ebenso wie die Einweisung vor Ort. Das Gerät selbst ist mit einem innovativen Kartuschensystem ausgestattet, das Bego zum Patent angemeldet hat. Durch die Kartuschen vollzieht sich der Materialwechsel in Sekunden; außerdem fällt kein Licht auf das Material. Die Druck-Geschwindigkeit ist von der Bauhöhe unabhängig. Sind die Objekte erstellt, werden sie einfach ausgeworfen, sie müssen nicht von der Platte abgekratzt werden.

 

Schmunzelnd und gut gelaunt wie immer fügte der geschäftsführende Gesellschafter Christoph Weiss hinzu: Im 3D-Druck sei Bego ja schon länger zu Hause, denn was sei das selektive Laserschmelzen (SLM) anderes als 3D-Druck in Metall? Bei dieser Technologie komme hinzu, dass nun Modellgüsse ohne den Weg über ausbrennbare Materialien gefertigt werden können und dass die Weiterentwicklung des SLM-Verfahrens jetzt dünnere Randgeometrien ermögliche.

 

Dentona

Dentona, bisher vor allem durch seine Spezialgipse bekannt, stellt auf der IDS gleich eine ganze Serie neuer 3D-Drucker zur Begutachtung aus: pro3dure heißt sie. Die Versionen unterscheiden sich durch die Bauplattformgröße und auch Belichtungsquelle. Am Stand war zu erfahren: Das derzeit empfohlene Indikationsspektrum reiche von individuellen Abformlöffeln über Bohrschablonen bis zu Orthomodellen. Die zu bauende Schicht kann von 10 bis 100 Mikrometer Stärke eingestellt werden, entsprechend wandelt sich die Präzision; die höchste Auflösung liegt bei 34 Mikrometer.

 

Shera

Bei den beiden Sheraprint-Modellen, mit denen Shera auf der IDS in das 3D-Drucken einsteigt, stecken wie beim Bego-Gerät Patente hinter der Technologie. Das eigene Lichtkonzept mache die Sheraprint-Geräte besonders schnell und präzise, schneller als andere. Hier gibt’s Materialien zum Herstellen von temporären Kronen und Brücken, Bohrschablonen, individuellen Löffeln, Schienen, Modellen und Gussobjekten (ausbrennbar).

 

Schütz Dental

Das Unternehmen Schütz Dental beschreibt den Einsatz seines 3D-Druckers „Digitalwax 020D“ so: Dieser realisiere die Vereinigung des computergestützten Designs mit Intraoral-Scans, Abform-Scans oder Gipsmodell-Scans. Damit wird zugleich die Frage beantwortet, wann sich denn der 3D-Druck für das Labor spätestens lohnt – wenn nämlich der Zahnarzt optisch abformt. Auch bei Schütz Dental findet sich eine große Vielfalt lichtsensibler Materialien: von transparent und beige über blau bis zahnfleischfarben für verschiedene Einsätze.

 

Fräsen als Alternative zum Drucken von Modellen

 

Die Gipsküche im Labor: Wollt Ihr sie am liebsten gar nicht mehr? Und gleichzeitig interessieren Euch Schienen oder gedrucktes Wachs für Modellguss wenig? Für den Fall hat model-tray die digitale Modellherstellung als Möglichkeit entdeckt. In Kooperation mit Ernst Hinrichs Dental wird dem Labor ein bereits gesockelter Gips-Kunststoff-Fräsrohling zur Verfügung gestellt. Im ersten Schritt übernimmt die Software, die im model-tray-Systempaket enthalten ist, den Datensatz aus der intraoralen optischen Abformung und setzt die Negativform 1:1 in eine Positivform um. Am Bildschirm bestimmt man die Ränder, legt die Präparationsgrenzen frei und positioniert das so gewonnene Modell im virtuellen Rohling. Diese Daten gehen an das 5-Achs-Fräsgerät und es folgt das Trockenfräsen. In knapp 40 Minuten ist ein Kiefer fertig. Anschließend braucht, anders als beim Nassfräsen, weder das Fräswerkzeug noch die Fräskammer gereinigt zu werden. Expansion wie beim herkömmlich gegossenen Gipsmodell gibt es nicht, auch keine Schrumpfung wie bei Komposit. Das fertige Objekt verändert sich nicht mehr und kann Jahre gelagert werden.

 

Hier also die versprochene Frage an Euch:

Mögt Ihr Modelle drucken (bzw. computergestützt fräsen) statt herkömmlich gießen?

Gebt Eure Antworten als Kommentar ein!

 

 

 

Es grüßt Euch herzlich von der IDS

– und freut sich auf Eure Meinung –

 

der Muffel-Bote,

der heute bis ganz, ganz hinten in Halle 4.2 zur "schwarzen Burg" von Zirkonzahn vorgeprescht ist

und anschließend auch DeguDent im Dentsply Village besucht hat,

um den letzten Stand der Dinge zu erfahren.

Abb. 1: Jörg Fasel (l.) und Thomas Riehl von Bego mit dem neuen 3D-Drucker.

Abb. 2: Gips-Kunststoff-Rohling und gefrästes Modell von model-tray.

Abb. 3: Fräsmaschine und die Steuereinheit von model-tray.