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War die 37. IDS eine nützliche Schau?


Ja, auf jeden Fall! Sie hat so rasante Veränderungen sichtbar gemacht, wie man es sich vorher kaum vorstellen konnte. Die wichtigste Botschaft für Labore: Der digitale Marsch in die Praxen schreitet mächtig voran.

 

Die gute Nachricht darin: Der Zahntechniker wird in Zukunft mit seinen Zahnarztkunden digital fachsimpeln können, denn diese werden auf breiter Front in die automatisierte Frästechnik einsteigen.

 

Dies sage ich aus der Rückschau, denn die IDS ist heute zu Ende gegangen. Mit ihrem neuen Besucherrekord ist diese Leistungsschau in die Liga der Cebit aufgestiegen, die sich zeitgleich abspielte. Mit gut 200.000 Messebesuchern drüben in Hannover und 155.000 hier in Köln. Dabei trumpft die IDS mit Fachbesuchern aus sage und schreibe 157 Ländern der Erde. In nunmehr 6 Hallen jagte eine dentale Innovation die andere, folgte Weiterentwicklung auf Weiterentwicklung. Ich habe für Euch heute noch einmal dem digitalen Trend nachgespürt und mir dann zweiteilige Keramikimplantate angeschaut – der zweite Hype auf dieser Messe.

 

Beschleunigung des digitalen Umbruchs der Branche, Beschleunigung der Arbeitsläufe

 

Sirona bzw. heute Dentsply Sirona, ist nicht mehr der einzige Anbieter von Fräsgeräten, die sich einerseits an den Zahnarzt, andererseits an den Zahntechniker wenden. Jetzt sind mit Ivoclar Vivadent und Straumann zwei Schwergewichtige in dieses Geschäft eingestiegen, die eine starke zahnärztliche Kundschaft haben. Damit sind bildlich gesprochen die Schienen geschmiert, um sehr vielen Zahnärzten die Effizienz der digitalen Arbeitsweise zu erklären und ihnen darzustellen, dass der komplette Workflow mit überschaubaren Arbeitsschritten und guten Ergebnissen von der optischen Abformungmuffel-forum.de Lexikon bis zum Fräsen und Drucken realisiert ist. Ohne Zweifel ist es bald sehr konkret, dass Kronen und kleine Brücken in erheblichen Mengen in der Praxis hergestellt werden. Im Labor wegbrechende Zweige auf der einen Seite – aber es entwickelt sich auch Wachstum auf der anderen. Denn für Patienten wird immer mehr machbar, die Nachfrage nach Implantatprothetik ist ungebrochen, therapeutische Schienen, Nachtschienen, Schnarcherschienen und Aligner verbreiten sich weiter: Zahntechniker werden auch künftig ihr Stück vom Kuchen abbekommen. Auffällig war auf dieser IDS, dass dieser Weg in die neue Zukunft kein gemächlicher mehr ist, sondern sich unvermittelt durch all die Neuvorstellungen als Rennsteig entpuppt.

 

Wenn dann in Zukunft regelmäßig Datensätze statt gefüllte Abformlöffel ins Labor kommen, stellt sich die Frage sehr plötzlich: „Wie das Modell herstellen?“. Denn unabdingbar wird es (noch einige Zeit) bleiben. Hier gibt’s zunächst zwei Wege für die Zahntechnik: a) in den Drucker-Hype einsteigen – auf der IDS waren, vorsichtig geschätzt, an mindestens 30 Ständen erstmals 3D-Drucker in großer Vielfalt zu sehen – und mit Kunststoffmodellen weiterarbeiten oder b) nach model-tray-Art (ProfiCAD) ein Modell aus Fräsgips-Blanks herausfräsen. Für letztere Möglichkeit ist jetzt der Preis von 4.500 Euro auf 2.000 Euro gesenkt worden. Dies liegt an neuer Software. Das ProfiCAD-Paket enthält als wichtigste Bestandteile einen Rohlingssatz und die zugehörigen Kunststoffaufnahmen sowie die Zugangscodes für die CAD- und CAM-Software. Das Programm hat offene Schnittstellen und lässt sich in gängige 5-Achs-Fräsgeräte einspeisen. Man kann das System auch jahresweise mieten statt zu kaufen. Die Nachschub-Blanks werden jedes Mal mit model-tray-Sockler geliefert, diese können anschließend für herkömmliche pinlose Modelle weiterverwendet werden. Besondere Vorteile des Fräsgipses liegen im Wegfall von Schrumpfung und Expansion, außerdem können die Modelle wie üblich einartikuliert werden. Für die Zukunft ist das Fräsen von Implantatmodellen geplant.

 

Oben sprach ich von „zunächst“ zwei Wegen ... ein dritter Weg liegt darin, nicht in CAD/CAMmuffel-forum.de Lexikon zu investieren – nicht in Scanner, nicht in Fräsgeräte, nicht in Drucker, nicht in Software, nicht in Lizenzen, nicht in Konstruktionselemente, nicht in CAD/CAM-Materialien ... –, aber trotzdem am digitalen Boom zu partizipieren und seine Arbeiten extern an ein Fräszentrum zu vergeben. Neben solchen mit der Expertise vom Zahntechniker für Zahntechniker wie CADstar in Bischofshofen oder Rübeling + Klar in Berlin gibt es zum Beispiel auch das Portal www.dentaltheke.de. Dies ist ein Abkömmling der Zahntechniker-Innung Niedersachsen-Bremen: Auf der Plattform können Zahntechniker nach Kollegen suchen, die für sie das Digitale erledigen.

 

Weiße Implantatzukunft

 

Wenn man sich auf der IDS von Stand zu Stand bewegt, kann man eigentlich nur staunen. „Gefühlt“ will man fragen: Ist denn heute nichts mehr wie vor zwei Jahren? So rasant die Veränderungen. Dies kommt einem in der KFO so vor ... und zum Beispiel auch in der Implantologie. Neue Locatoren, neue superkleine Miniimplantate – und jetzt reversibel verschraubbare zweiteilige Keramikimplantate. Der Fokus für die Indikation hat sich geweitet, der Spot richtet sich jetzt auf die Patientenzielgruppe mit Ästhetik-Wunsch, man schaut nicht nur auf Metall-Unverträglichkeiten. Zum Beispiel für Patienten mit dünnem Gingivatyp ist das Keramikimplantat eine willkommene Lösung, im Frontzahnbereich sowieso. Ich habe mich über neue zweiteilige Keramikimplantate bei Zeramex, die die längste Erfahrung haben, Straumann und Camlog informiert. Alle drei legen Studien vor, die die gute Osseointegrationmuffel-forum.de Lexikon und Bruchsicherheit, den Implantaterfolg sowie die Gingivafreundlichkeit und das Ausbleiben von Periimplantitis belegen. Zeramex setzt eine Karbonschraube als Verbindung zwischen Implantat und Abutment ein – verzichtet also ganz auf Metall –, Straumann wählt dafür Titan und Camlog setzt auf Schrauben aus Titan oder Gold. Für Titan und ebenso Gold spricht laut Auskünften an den Ständen, dass andersherum – Titanimplantat und Keramikaufbau – langjährige gute Erfahrungen vorliegen; also hat man den Spieß einfach umgedreht. Nachdem es nun eine Auswahl am Markt gibt, müssen Zahntechniker nun vermehrt mit Patientenfällen rechnen, die vollkeramisch von der Wurzel bis zur Krone versorgt werden sollen.

 

Und dann war es plötzlich 18 Uhr ...

 

...und die IDS offiziell zu Ende. Die nächste weltweit maßgebliche Dental-Leitmesse wird vom 12. bis 16. März 2019 stattfinden, wieder auf dem Köln-Deutzer Messegelände. Als sich die Internationale Dental-Schau vor 25 Jahren erstmals in Köln festsetzte, füllte sie nur Platz in Halle 10. Diesmal, 13 Messen später, belegte sie schon 6 Hallen. Wir dürfen gespannt sein, ob beim nächsten Mal wieder eine hinzukommt, weil die Veranstaltung dann abermals gewachsen sein könnte. Und welche Richtung schlagen die ausstellenden Unternehmen dann ein? Wird sich die digitale Revolution erneut beschleunigt und als umfassende Bewegung verstärkt haben?

 

 

Es grüßt Euch ein letztes Mal herzlich von der IDS

Euer Muffelmuffel-forum.de Lexikon-Bote