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In der Praxis aushelfen

Hallo liebe User,

mein Bruder ist Zahnarzt, seit einigen Jahren hat er seine eigene Praxis. Ich beobachte seitdem, dass er sich zu viel aufhalst, er schläft viel zu wenig. Neulich erst hat er berichtet, dass er ständig unter Stress steht, sich wirklich sehr bemüht, und trotzdem immer wieder Patienten abspringen. Nach allem was ich weiß vermute ich, dass er ein guter Zahnarzt ist.

Ich denke das Hauptproblem ist eher das organisatorische. Nicht einmal seine Homepage ist aktuell. 

Ich würde ihm gerne unter die Arme greifen, bin aber selbst nicht erfahren in so etwas. Ich weiß, dies hier ist ein Forum für Zahntechniker, aber vielleicht habt ihr trotzdem Tipps und Tricks oder könnt Empfehlungen geben wie man schnell Verbesserungen erreicht. 

 

Vielen Dank schonmal!

....naja, was soll man dazu sagen? Das ist alles so pauschal, dazu müßte man mehr wissen um vielleicht Tipps zu geben. 

Grundsätzlich können manche Leute ja schwer Arbeit abgeben, weil Sie meinen, ohne sie geht es nicht. Nur mal als Idee. Aber das muß hier nicht zutreffend sein. Wo sollen denn Verbesserungen eintreten? Was ist denn das Ziel ?Weniger Arbeit, mehr Geld? Warum gehen Patienten weg? Schon mal KRITISCH hinterfragt? Warum ist seine HP nicht aktuell, das machen doch externe Firmen, kostet einen Anruf.

Und da man sonst nichts weiter weiß, ist somit also ehrlich gesagt hier so keine Hilfe möglich. 

Grundsätzlich ist es sicher ein Lernprozeß, sich gute Mitarbeiter zu suchen, diese gut, ihren Fähigkeiten nach einzusetzen und zu halten. Aber das dauert eben auch ein paar Tage.......und gute Mitarbeiter gibt es auch nicht für 1500 € ....

Gruß

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Der Arbeit als Zahnarzt ist schon ziemlich hart und belastend. An der Uni hatte ich eine Vorlesung "Egonomie für Zahnärzte". Da hat man uns dringend dazu geraten nur halbtags als Zahnarzt zu arbeiten. Zahnarzt ist kein Beruf den man auf Dauer 40 oder mehr Stunden die Woche ausüben kann und sollte ohne seine Gesundheit zu ruinieren oder/und den Spaß an der Arbeit zu verlieren.

Das zentrale Problem der meisten Zahnärzte dürften zu hohe Investitions und Betriebskosten, aber auch zu hohe Einkommenswartungen des Zahnarztes oder/und seines Umfeldes sein. Das Problem mit den Investitionen sollte man schon lange vor der Praxisgründung und Eröffnung sehen und angehen.  Wer sich da auf "Berater", Banker, Denatlabore und Verkäufer mit ihren Klischees und Verkaufsabsichten verläßt, ist nach meiner Erfahrung in der Regel verloren. Sich selber schlau machen, selber denken, selber rechnen lohnt sich für Zahnärzte unbedingt.

Wenn ich keinen Bock habe arbeite ich einfach weniger, und in den letzten Jahren habe ich, weil die Leute mich nicht in Ruhe gelassen haben, auch einfach mal meine Kassenzulassung jeweils ein paar Monate ruhen gelassen. Über abspringende Patienten kann man sich auch freuen, denn sie schencken einem zusätzliche Freizeit, früher Feierabend und man hat durch sie weniger Stress.  Sch... was auf Leistung, Umsatz und genieß das Leben! Das ist einfach schön und man kann sich darüber freuen, dass man damit für den Staat weniger produziert. Mein neues Auto ist eben kein Porsche sondern ein Dacia Sandero Essential, für 7390 € einschließlich Überführung und 3 Jahren Garantie. Bei so einem Auto (Dacia ist nebeinbei auch sehr gediegene, sehr gut erprobte Technik) geht auch weniger kaputt, weil weniger Schnörkel dran ist und wenn etwas defekt ist kostet die Reparatur weniger. Bei der Ausrüstung der Praxis macht so eine Einstellung auch Sinn: Qualität wo sie Vorteile bringt ja. Manchmal ist das Teuerest gerade gut genug - aber eben nur manschmal.  High-Tech ja, wenn es sich lohnt. Einfache, robuste Technik wo immer möglich. 

Versicherungsfritzen die mir neben der Haftpflicht, Feuer, Wasser und Vandalismussversicherunge noch andere Versicherungen aufschwätzen wollten habe ich immer drauf aufmerksam gemacht, dass meine Versicherung das Sozialamt ist, da man auch von Sozialhilfe gut leben kann. OK, das war früher, wenn demnächst der Finanz-Tsunami ( https://www.freizahn.de/2017/09/ueber-den-finanz-tsunami/ ) zuschlägt ist auch das Sozialamt pleite. Aber die Versicherungen sind es dann ebenfalls.

Darüber hinaus hilft Lernen. Bessere Technik, selber Personal ausbilden, delegieren und auch ein oder zwei Helferinnen im Labor ausbilden. Zahnmedizin ist eine Mischung aus Handwerk, Wissenschaft, Kunst, Psychoologie und Betriebswirtschaft und es ist ein Gebiet das sich teilweise immer wieder ändert.  Zahntechnik ist übrigens ein nettes, oft sehr hilfreiches "Hobby" für Zahnärzte. In Anführungszeichen, weil es sich wirtschaftlich durchaus rentieren kann.  

Abrechnungsvorschriften lernen! Seit meine Frau auch ZFA gelernt hat und sich um die Abrechnung kümmert geht viel weniger Geld verloren. Eine wirklich sehr gute Hilfe dabei ist übrigens die Synadoc-CD ( http://synadoc.de  ) andere Abrechnungshilfsmittel die ich mir leiste sind die Daisy-CD und für kniffeligere Fragen den BEMA-GOZ-Kommentar vom Asgard-Verlag ( https://www.asgard.de/asgard-gesamtverzeichnis/ ).

Da das Thread-Thema "in der Praixs aushelfen" war: Der Tipp mit dern Synadoc-CD und der Daisy-CD ist sicher der beste Ausgangspunkt.

 

 

  

  

 

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Hallo Zahnseide2,

danke für deinen Beitrag! Ich wünschte mein Bruder würde das genau so sehen wie du, nur ist er da wirklich ziemlich verbissen (war er schon immer bei allem was er gemacht hat), also einfach auf Patienten zu verzichten wäre sicher undenkbar.

Ich bin jetzt mal diese Checkliste hier durchgegangen: http://www.industry-press.com/praxismarketing-zahnarzt/ Da sind für mich schon mal ein paar gute Ansätze dabei. Natürlich soll es nicht darum gehen unbedingt noch mehr Patienten zu gewinnen, aber die vorhandenen sollen eben gehalten werden und alles besser organisiert werden, damit es sich nach weniger Arbeit anfühlt. Deine Links werde ich mir dazu auch noch mal genauer anschauen.

Beste Grüße!

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