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Wer arbeitet noch mit weichem Ivocap oder ähnlichem Elastomer?

HILFE,
ich suche mal wieder ein Labor (europaweit, gern per privater Mitteilung), das noch Ivocap-Elastomer verarbeiten kann? Oder ein anderes (Spritzguss-)Elastomer, das nachgiebig, aber spürbar steifer sein sollte als wohlfeiles Positioner-Silikon der Shore-Härte 60 (auf ebensolches mit größerer Härte habe ich auch nicht den geringsten Hinweis...).

Dazu soll ein konfektionierter Kiefertrainer dupliziert werden (mehrere Größen), der sich nach hinten verjüngt und in der Gussform keine Engstellen macht. Da er 3-dimensional ist, geht Tiefziehen vom thermoplastischen Elastomeren, so wie für Sportmundschutz schön bunt üblich, hier nicht.

Vor 10 Jahren konnte mir ein befreundetes Labor das preisgünstig machen - bis zur Pensionierung. Ich fand ein anderes Labor, etwas teurer, aber schneller und auch in bunt (mit KFO-Farben). Dort nahm man das Ivocap-Elastomer primär für Schienen. Bis dafür ein ganz anderes Verfahren eingerichtet wurde.

Dann neigte das Material zu heftiger Blasenbildung (zu heiß?). Auch ein lokales Labor, das ich nach längerer Suche fand und das Versuche machte, fand es zu „knifflig“, konkret zu dünnflüssig. Der meiste Inhalt der Ivocap-Kartusche wurde in den Spalt zwischen den Formhälften gepresst. Und wenn man mit weniger Druck arbeitet, würde die Form nicht vollständig ausgefüllt (obwohl sie nicht feinverästelt ist)?
Welche Tricks hatten die, die es mal konnten, frage ich mich?


Etliche Labore, die als Prothesenmaterial harten Ivocap SR Kunststoff verarbeiten, machen das (schwierigere?) Elastomer noch lange nicht. Obwohl noch im Handel, erscheint es mir fast wie ein Auslaufmodell.

Anderswo wurde ein noch älteres, aber auch noch erhältliches Material namens Corflex orthodontics zu einwandfreien Probekörpern gespritzt. Dessen Elastizität hätte gepasst, aber auch jenes Labor hatte andere Schwerpunkte, und mein Auftragsvolumen ist nicht so groß: etwa 10 Stück pro Jahr, für dankbare Zahnärzte und Therapeuten (wobei 3 Stück schon für nächste Zeit anstehen). Aber wenn man „Corflex“ im Internet recherchiert, findet man eher was für's Knie.

Bin für jeden sachdienlichen Hinweis dankbar!
Viele Grüße von
Hartelastomer-Sucher

Vielleicht mal eines der Thermoplaste versuchen, da gibt es ja auch verschiede.

Für einen etwas grobmotorischen Kunden stelle ich die Schienen aus iFlex von TCS her. ist zwar recht aufwendig aber halten länger und brechen nicht.
Das Material Flexidy von Quattroti/Italien könnte vielleicht für dich interessant sein. Gibt's in 2 verschiedenen Shorehärten und auch einige Farben, fall nötig.
Kann eigentlich jedes Labor verarbeiten, welches einen Injektor für Thermoplaste hat.

Wir sind leider nicht mehr in deinem Bereich.

Grüße

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Hallo Seystar,

danke für die Materialtipps. Das iFlex ist wohl für flexiblen / metallfreien Zahnersatz gedacht. Das wäre dann zu hart für Kiefertrainer, mit denen man auch Beißübungen macht (und zu aufwendig, und nur in transparent-rosa).

Flexidy erscheint hier interessanter www.quattroti.com/prodotti/odontotecnica/flexidy

Diese großen Pellets „in 9 schönen Farben“ sehen ähnlich aus wie beim vorgenannten, alten Corflex. Darauf ist eine 80 zu entziffern, ob das eine der Shorehärten ist? Die mag dann vielleicht passen. Und die zweite Shore-Härte?

Leider finde ich im Internet so schnell keinen deutsch- oder englisch-sprachigen Händler dafür, und auch kein Labor, das Flexidy verarbeitet. Sondern eher einen Haufen (US-)Patentschriften, wo das verwendet wurde.

Kann mir jemand helfen?

Ansonsten kann ich nochmal bei den zwei Laboren damit anklopfen, denen das Ivocap-Elastomer notorisch zu blasig wurde.

Soweit für heute (Blasen werf...),
Hartelastomer-Sucher

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Um zu einem vorläufigen Ergebnis zu kommen:

das Web gibt wenig über Flexidy her, aber z.B. dies, bei einem Händler in Mexiko: www.dentoform.com/Flexidy.pdf

Demnach handelt es sich um Ethylen-Vinylacetat Copolymer (EVA), das schon länger bekannt ist als Weichmacher- und chlorfreier Ersatz von PVC, z.B. für medizinische Produkte oder Ikea-Duschvorhänge.

Die Shorehärten von Flexidy sind 65, was kaum härter als direkt auftragbares KFO-Silikon wäre, und 80 (manchmal auch mit 82 angegeben), was mir passender erscheint.

Die Verarbeitungstemperatur ist mit 160 °C niedrig. Zudem ist dort noch eine Verarbeitung per Handpresse beschrieben, wo man das ganze bei nur 100°C in die Form pressen soll!?

Zweitens verkaufen manche Hersteller für ihre Hochleistungs-Kunststoffe gern eigene Maschinen, an denen man statt Temperatur nur fertige Programme einstellen kann - schluck! Das eine Labor hat eine Polyapress, womit sich z.B. Polyan bei 260 °C, Polyflex bei 210°C und PEEK bei heftigen 400°C spritzen, aber auch 160°C einstellen ließe. Sofern man die Pellets bzw. die Kartuschen (Metallhülsen) dafür in die Maschine bekommt. Da passt Flexidy in gängige Größen 22 x 125mm oder 25x115 mm.

Man sehen, wie weit wir damit jetzt kommen …

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Versuche es mal hier. Der Anbieter hat die Artikel von Quatrotti im Sortiment.

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Guter Laden, kenne ich. Hat aktuell jedoch nur die Dental-D Materialien und deren Spritzguss-Gerät mit Zubehör und Materialproben, wo dann auch ein bisschen farbloses Flexidy-80 mit dabei ist.

Aber nachfragen kann man dort ja mal.

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iFlex gäbe es auch in naturell, dies ist farblos transluzent aber halt nicht klar.

Flexidy ist lose erhältlich, müsste somit in einer Thermopressanlage mit einstellbarer Temperatur zu verarbeiten sein. Leerkartuschen sind ja für die gängien Durchmesser erhälrlich.

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