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Step-by-Step zur Totalprothese

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Hanau/28.11.2018. Die Totalprothese wird in der Zahntechnik häufig stiefmütterlich behandelt: Zum einen ist der Ertrag für Labore eher gering. Zum anderen haben viele Anwender Respekt, denn der Arbeitsprozess ist komplex. Dieser Unsicherheit setzte ZTM Kai Franke im 2-Tages-Kurs "Aufstellung nach Plan – Totalprothetik in Funktion TiF®" Mitte Oktober bei Kulzer in Hanau eine praxisnahe Anleitung entgegen.

 

„Als Auszubildender habe ich Totalprothesen eher ungern gemacht“, gestand ZTM Kai Franke den Kursteilnehmern. „Es gab keine richtige Anleitung, an die ich mich halten konnte – jeder machte es so, wie er es immer tat. Erste Abhilfe verschafften die Systeme aus der Schule, doch sie waren nicht ohne Weiteres auf die Praxisfälle anwendbar.“ Später fand er die Lösung: die TiF-Aufstellmethode.

Präzise Basis

Vom Einartikulieren bis zur Wachseinprobe schaute Kai Franke den Teilnehmern über die Schulter und gab Tipps, wie sie häufige Fehler vermeiden. Dazu zählte im ersten Schritt die korrekte Einstellung des Artikulators. „Um später keine Zeit für Korrekturen aufwenden zu müssen, ist die richtige Positionierung der Modelle im Artikulator Grundvoraussetzung für die Übertragung der Mitte, der Okklusionsebene und daraus folgend den einwandfreien Bewegungen. Nehmt euch also genügend Zeit beim Einartikulieren“, empfahl der Referent. Zudem betonte er, wie wichtig die Position des Sechsers – die tiefste Stelle im Modell – für die Analyse ist. Denn dort ist die Belastung durch die Prothese auf das Gewebe am größten. Ebenso relevant ist es, die Stopplinie für eine lagestabile Unterkieferprothese und einen passenden Aufstellbereich im Oberkiefer zu beachten.

Passgenaue Aufstellung

Auch für das Aufziehen der Wachsbasis hatte der Referent einen Ratschlag parat: „Damit das Wachs in der Umschlagfalte sauber festsitzt, benutze ich einen Stempel aus Knetsilikon.“ Nun folgte der Kern einer jeden Totalprothese: die Zahnaufstellung. Als einfaches aber wirkungsvolles Hilfsmittel für die richtige Höhe und Ausrichtung der Zähne wurde ein dünnes Gummiband verwendet. Los ging es im Unterkiefer mit der ästhetisch aufgestellten Front. Hierfür kamen Pala Premium Zähne zum Einsatz. Für die Aufstellung der statisch stabilen Seitenzähne sind bei Totalen die Pala Mondialzähne erste Wahl. Falls sehr flache Höckerneigungen gewünscht sind, kommt der Pala Idealis zum Einsatz. Die Zahnlinien können einfach im Mix & Match Konzept kombiniert werden.

„Die Aufstellung des Sechsers ist komplex, da er dreidimensional aufgestellt werden muss. Für die Lagestabilität ist auch seine Lingualneigung von Bedeutung. Diese ist bei jeder Zahnlinie anders. Bei Pala Mondial beträgt sie drei Grad und ist durch die horizontal gleichhohe Aufstellung der mesialen Höcker schon eingebaut“, erklärte Kai Franke. Beim Oberkiefer ist die Kontaktposition der Seitenzähne entscheidend. Eine Lingualisierung dieser bringt statisch stabilere Prothesen zustande. Hier begannen die Kursteilnehmer mit der Aufstellung des Sechsers, um die Bewegungen gezielt zu kontrollieren. „Der mesiopalatinale Höcker des oberen Sechsers muss Kontakt in der zentralen Fossa des unteren Sechsers haben. Zur Überprüfung eignet sich rote Artikulationsseide, da diese nicht zu dünn ist und gute Färbeeigenschaften hat“, führte der Referent weiter aus. Die Bewegungsbahnen kommen dann von ganz allein durch die richtige Position der beiden okkludierenden Sechser. Anschließend wurde die Oberkieferfront nach ästhetischen Gesichtspunkten und unter Beachtung der Laterotrusions- und Protrusionskontakte aufgestellt.

Plastische Modellation

Der letzte Schritt: die Wachsmodellation. Sie gibt die richtige Lippenfülle und Muskelgriffigkeit vor. Die anatomisch korrekte Ausmodellation unterstützt die individuelle Stellung der Frontzähne. „Je nachdem, wie authentisch die Wachseinprobe sein soll, könnt ihr auch Lippen- und Wangenbändchen modellieren“, riet Kai Franke. Palatinal im Oberkiefer sollte außerdem ein kleines Bänkchen für die Zunge stehen bleiben. Dies ist für die Lautbildung wichtig. Nach dem Finishing mit einem Heat Stick, Torch und einer Hochglanzpolitur waren die Prothesen fertig für die Einprobe.

„Für die gleichmäßigen Kontakte zwischen Ober- und Unterkiefer – und damit für einen optimalen Sitz der Prothese – ist nach Fertigstellung die Reokklusion durch den Zahnarzt und die anschließende Artikulierung und Kontaktoptimierung durch den Zahntechniker unabdinglich“, schloss Kai Franke. „Sie ist der Schlüssel für eine gut funktionierende Prothese und einen zufriedenen Patienten.“ Zufriedene Kursteilnehmer hatte ZTM Kai Franke schon jetzt: „Durch den Kurs habe ich völlig neue Erkenntnisse in der Totalprothetik erlangt. Ich hatte viel Spaß und konnte gute Richtlinien für meinen Arbeitsalltag mitnehmen“, resümierte Zahntechnikerin Jennifer Beyer aus Rüsselsheim.

Der Kurs „Aufstellung nach Plan – Totalprothetik in Funktion TiF® findet auch 2019 wieder statt.

 

 

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