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Freiheit, die ich meine!

Freiheit, die ich meine!

Keine geschlossene Anstalt!

 

 

Wer in Halle 4.2 unterwegs ist, findet bald kein Fortkommen mehr. Insbesondere zwei Stände, abseits von Henry Schein und 3M, sind unglaublich umlagert und schwarz von Menschen. An diesen Ständen, die ich meine, wird augenfällig, dass offene digitale Systeme einem dringenden Bedarf nachkommen.

 

Wenn konventioneller Zahnersatz entsteht, ist doch Folgendes Gang und Gäbe: Der Modellgips kommt von Firma A, die Modellgusslegierung von Firma B, die Einbettmasse von C, die Verblendung von D, das Prothesenbasismaterial von E, die Konfektionszähne von F, der Pattern-Modellierkunststoff von G ... und so weiter und so weiter. Jeder pickt sich aus dem breiten Marktangebot das Material heraus, mit dem er am besten zurechtkommt und mit dem er die besten Ergebnisse erzielt. Diese Wahlfreiheit ist/war ein hohes Gut!

 

In der digitalen Welt findet man einerseits geschlossene Systeme vor, die auf jeden Fall den Vorteil der validierten Abläufe und der erprobten, sicheren Wege haben. Wer aber andererseits auch hier die Freiheit sucht, seine Komponenten selbst zusammenstellen will und auf offene Systeme und Schnittstellen Wert legt, der schaut vor allem auf exocad oder 3shape.

 

Die Darmstädter

 

Exocad ließ sich heute in die Töpfe gucken. Das Darmstädter Unternehmen ist mittlerweile weltumspannend vertreten, in 122 Ländern: von San Marino über China bis in die USA. Dabei gibt es globale Partnerschaften, um für die Anwender durchgängige zuverlässige und validierte Abläufe schaffen zu können. Jüngste Partner sind, alphabetisch, Dentsply Sirona, Dürr Dental und Morita. Auch zum Beispiel Amann Girrbach ist ein Partner.

 

Der Geschäftsführer und Mitbegründer von exocad Tillmann Steinbrecher, von Hause aus Elektroingenieur, sieht den Bereich der offenen Software und Hardware-Integration als sehr spannend an. Als Beispiel nannte er die Intraoralscanner. Vor nicht allzu langer Zeit gab es relativ wenige tonangebende auf dem Markt, aber jetzt sehen sich die Zahnarztpraxen – und mit ihnen exocad – einem „bunt gemischten Feld“ gegenüber. Eine Herausforderung für exocad, diese in die verschiedenen Workflows einzubinden!

 

Als neue Software hat exocad die DentalCAD 2.3 Matera zur Ästhetikplanung geschaffen. Ein Add-on-Modul dessen – oder Stand-alone-Version – ist der Smile Creator: mit dem Ziel des einfachen und zeitsparenden Vorgehens. Es können etwa 2D-Patientenfotos, 3D-Facescanner-Daten und auch CT- und DVT-Aufnahmen integriert werden. Das Besondere ist, den jeweiligen Schritt in Echtzeit und 3D aus verschiedenen Blickwinkeln zu zeigen. Liegen dem Zahntechniker nur 2D-Fotos der neu zu schaffenden Zahnfront des Patienten vor, bedeutet dies: Er muss quasi bei Null anfangen und Dreidimensionalität selbst herstellen. Hier schafft der Smile Creator Abhilfe, indem er dies übernimmt und Designvorschläge macht. Das Tool stützt sich auf Bibliotheken, der Zahntechniker hat aber unbedingte Gestaltungsfreiheit, mit der Maus oder mit einem Design-Stift.

 

Das Wichtige ist exocad das sofortige und verlässliche Funktionieren neuer Software. Daher kommen Neuerungen nur sehr überlegt und nicht überhastet auf den Markt. Mit seiner Strategie, fexible anwenderfreundliche und einfach bedienbare Dentalsoftware zu entwickeln, war das Unternehmen vom Start weg ein Riesenerfolg. Es wurde erst 2010 gegründet und hat seinen Weg gemacht.

 

Die Kopenhagener

 

Demgegenüber ist 3shape seit dem Jahr 2000 unterwegs. Das dänische Unternehmen sagt von sich, dass es Kunden „in über 100 Ländern“ bedient. Auch diese schätzen die Freiheit der offenen Schnittstellen. Ein neuer Partner von 3shape ist Dentaurum: Für die kieferorthopädische Behandlungsplanung wurde der Trios-Intraoralscanner integriert, im 3Shape Implant Studio sind Dentaurum-Implantate hinterlegt. Auf der IDS stellt 3shape außerdem zum Beispiel das neue Splint Studio vor, um mit wenigen Klicks Schienen (etwa Nachtschienen oder Sportschutz) zu kreieren.

 

Beide Firmen, 3shape und exocad, wurden von Kunden groß gemacht, die selbst in die digitale Welt eintauchen wollten, ohne sich an einen originären Hersteller von Geräten und Materialien zu binden und nur in dessen geschlossenem System zu agieren.

 

Die Burgen

 

Auch Dental Wings befindet sich in Halle 4.2. Aber die gehören ja seit 2017 zu Straumann – und das ist eine andere Geschichte, genau wie im Falle der eigenen Welt von Zirkonzahn ganz hinten in Halle 4.2 ...

 

 

Damit grüßt Euch herzlich von der IDS

Euer muffel-bote

    --> PS: Alle Liveberichte von der IDS 2019 kann man noch einmal unter dem Menüpunkt "der muffel-bote" nachlesen.

 

 

 

Kontakt:

Dr. Gisela Peters
Lohrbachstr. 8

61350 Bad Homburg

Mail: peters.gisela@t-online.de