Online Gäste: 80 Mitgl.: 0 | Mitgl. Gesamt: 9.774 Neu: Michael21 | Besucher Heute: 267 Gestern: 6.187 Gesamt: 8.240.654 Registrieren | Passwort? | Login

Die IDS: das Messeevent der Superlative

Die IDS: das Messeevent der Superlative

Prall: 2.327 Aussteller. Neuer Rekord: 160.000 Fachbesucher aus 166 Ländern

 

 

Und bei den 160.000 ist Euer Muffel-Bote, weil Beobachter, noch nicht einmal mitgezählt, denn die Menschenscharen werden nach einheitlichen Definitionen der „FKM – Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen“ gezählt und das Ergebnis ist zertifiziert.

 

Die Ausstellungsfläche hat sich ebenfalls erhöht,  und zwar um eine Halle. Damit waren es diesmal 170.000 Quadratmeter – was 24 Fußballfeldern bei einer Standardlänge von 105 Metern und einer Fäche von 7.140,00 Quadratmetern entspricht. Das wäre so, als ob alle 24 Nationen der kommenden Europa-Meisterschaft 2020 ein eigenes Feld hätten und alle gleichzeitig gegen Auswahlmannschaft spielen könnten. Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der KoelnMesse, sagte: „Die IDS ist die unangefochtene globale Leitmesse für die Dentalbranche.“ Sie übertreffe jedes Mal aufs Neue das schon hervorragende Ergebnis der Vorveranstaltung. Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) urteilte: „Die Internationale Dental-Schau ist ein Phänomen: So international, wissbegierig und offen ist die Atmosphäre, dass es auch dieses Jahr einfach wieder sehr inspirierend war.“ Dominik Kruchen, Präsident des Verbandes der Deutschen Zahntechniker-Innungen (VDZI), fasste für die Zahntechniker die Messe so zusammen: „Die Internationale Dental-Schau hat gezeigt, mit welcher Geschwindigkeit sich die digital-dentale Welt entwickelt. Es gilt Risiken abzuwägen, eigene Chancen zu erkennen und Investitionsentscheidungen mit Augenmaß zu treffen.“

 

Und was gab es sonst noch?

 

Diesmal wurde auf der IDS auch die Anzahl der Aussteller aus Deutschland erhoben bzw. veröffentlicht: Es waren 610 und 18 zusätzlich vertretene Firmen. Unter „zusätzlich vertreten“ stelle ich mir solche Firmen vor, die keinen eigenen Stand hatten, sondern auf solchen von anderen mitvertreten waren. 610 von 2.327, finde ich, ist ziemlich viel für die heutige Zeit, immerhin gut ein Viertel. Einerseits halten es einfach mehr Firmen aus dem Ausland für wichtig, sich auf der IDS zu präsentieren, andererseits haben ja auch deutsche Firmen ihren Besitzer gewechselt. Man denke nur an Kulzer mit seit 2013 japanischen Adoptiveltern (Mitsui) oder an Schütz Dental. Letzteres Unternehmen war auch an Japaner gegangen (Mani; 2015), gehört aber seit 2018 zur italienischen Micerium-Gruppe. Oder noch ein Beispiel: Sirona ist seit 2016 Teil von Dentsply Sirona mit Hauptsitz in York, Pennsylvania. Im südhessischen Bensheim, dem vormaligen Sitz von Sirona Dental Systems, ist aber nach wie vor viel los. Zum Beispiel  befindet sich hier das Fort- und Weiterbildungszentrum „Dental Akademie“ – und auch Forschung und Produktion. Übrigens will ich nicht unerwähnt lassen, dass Christoph Zeller, Eigentümer und Noch-Verwaltungsratspräsident von Ivoclar Vivadent, deutsche Wurzeln hat. Er ist der Enkel des Firmengründers Adolf Schneider, der nach dem Zweiten Weltkrieg von Deutschland nach Liechtenstein auswanderte. Im baden-württembergischen Ellwangen residiert Ivoclar Vivadent in der Dr.-Adolf-Schneider-Straße 2 und ehrt damit den Firmengründer. Aber Ivoclar Vivadent zählt selbstverständlich als Liechtensteiner Unternehmen, sogar mit sehr großem Gelände dort.

 

Angesichts des immer noch erklecklichen Viertels habe ich mich auf der IDS einmal bei Vita und Dentaurum umgeschaut, beide in deutscher Familienhand. Bei Bego war ich ja schon gewesen (siehe im IDS-Bericht: „Bombastischer Keramik-Durchbruch“).

 

Vita Zahnfabrik

 

Zuerst war ich bei Vita, das heißt in voller Länge ausgedrückt: auf dem Stand der Vita Zahnfabrik. Hier ist eine Messeneuheit der Fräsblock Vita Enamic multiColor EMC-16 mit verlängertem chromatischem Halsbereich: So kann man seine Krone variabler auf- und abschieben, um den gewünschten Farb- und Transluzenzbereich genau zu treffen. Und das Vita YZ-Zirkoniumdioxid-Programm ist nun komplett, um jede Indikation abzudecken. Als dritte hilfreiche und überlegte Neuheit will ich den Adhäsivzement Vita Adiva IA-Cem nennen. Er ist ultraopak und dentinfarben und deckt Metall vollkommen ab, zum Beispiel bei Titan-Klebebasen. Der Haftvermittler kann in der Labor- und Mundsituation eingesetzt werden.

 

Auch hilfreich und interessant: Auf einer Pressekonferenz, die Vita organisiert hat, wurde „Prosec“ näher beleuchtet. Dies ist eine gemeinnützige Organisation („Progress in Science and Education with Ceramics“), die als Partnernetzwerk die Wissenschaft und Fortbildung rund um den Keramik-Einsatz unterstützt. Sie will den Paradigmenwechsel hin zu Vollkeramik fördern, entsprechende Erkenntnisse sammeln und verbreiten. Dabei ist Vita ein wichtiger Partner im Netzwerk. Ansprechpartner ist Dr. Johannes Löw, (j.loew@vita-zahnfabrik.com), Zahnarzt und Fachredakteur Dental bei Vita.

 

Dentaurum

 

Bei Dentaurum stieß ich unter anderem auf den kürzlich erschienenen o-atlas II für die Kieferorthopädie und die neue Online-Bestellplattform für Retainer und den 3D-Druck von KFO-Modellen: „Dentaurum Digital“. Die Retainer lassen sich am Bildschirm mit wenigen Klicks konstruieren. Ein weiterer Klick – und ab geht die Post, nach kurzer Zeit steht der Postbote vor der Tür und liefert den realisierten Retainer aus. Insgesamt ist der Einstieg in die digitale Kieferorthopädie vollzogen. Es gibt den 3D-Modellscanner orthoX und die integrierte Software orthoX file. Für KFO-Praxen werden der Trios-Intraoralscanner und die Software OnyxCeph vertrieben.

 

Für den Allgemein-Zahntechniker ist zur ceraMotion One Touch-Keramik das „No Limits“-Erweiterungsset hinzugekommen – und ebenso rosafarbene Pasten, um die Gingiva zu gestalten. Eine besondere Neuheit ist die Presskeramik ceraMotion LiSi aus hochfestem Lithiumdisilikat. Dies konnte entwickelt werden, weil Patente von Ivoclar Vivadent ausgelaufen sind und nun auch andere mit Lithiumdisilikat arbeiten dürfen.

 

 

Ach, ich könnte noch endlos weiterberichten. Aber einmal muss Schluss sein ... und das ist jetzt! Um 18 Uhr schlossen die Messehallen ihre Tore. Die IDS 2019 ist zu Ende.

 

 

Aber nicht vergessen: Der nächste dentale Karneval, sprich die Internationale Dental-Schau, findet vom 09. bis 13. März 2021 statt, wieder in den Messehallen Köln-Deutz. Dann besteht aber ein größerer Abstand zum Rosenmontag als diesmal (bloß eine kümmerliche Woche), denn der Höhepunkt der tollen Tage wird schon der 15. Februar 2021 sein.

 

 

Damit grüßt Euch ein letztes Mal herzlich von der IDS

Euer muffel-bote

   --> PS: Alle Liveberichte von der IDS 2019 kann man noch einmal unter dem Menüpunkt "der muffel-bote" nachlesen.

 

 

 

Kontakt:

Dr. Gisela Peters
Lohrbachstr. 8

61350 Bad Homburg

Mail: peters.gisela@t-online.de