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Verdienen Zahntechniker genug Geld?

Ich war lange nicht hier. Heute habe ich einmal einen Artikel über das "liebe Geld" in der Zahntechnik geschrieben und wie immer auf Facebook geteilt. Normalerweise lesen ca. 200 Leute einen Artikel von mir in 4 Wochen. Dieser Artikel wurde innerhalb weniger Stunden über 1.000 mal gelesen. Das fand ich schon krass. Da ich hier keine Links posten darf, habe ich für Euch einmal den Text hier rein kopiert. Viel Spaß beim Lesen... und Kommentieren.

Hier der Artikel von meinem Blog:

"Verdienen Zahntechniker genug Geld?" ist eine Frage, die regelmäßig in den sozialen Netzwerken gestellt wird. Ich habe dort immer mal mitgelesen, aber nie Stellung dazu bezogen. Das möchte ich hiermit tun. Die Frage impliziert für mich, dass anscheinend in der Zahntechnik nicht genug Geld verdient wird. Und als Kenner der Branche kann ich das auf alle Fälle bestätigen. Es geht mir in diesem Artikel nicht darum, irgendwelche Statistiken vorwärts und rückwärts auszuwerten. Erstens kann ich das nicht gut und zweitens macht es für mich wenig Sinn. Mir geht es allein um die Beantwortung dieser "blöden" Frage.

# 1 Es ist die falsche Frage
Gibt es dumme Fragen? Ich finde nicht. Jeder sollte alles fragen dürfen. Gibt es falsche Fragen? Auf alle Fälle! Denn diese Frage wird Antworten aus zwei "Lagern" hervorbringen. Von denen, die glauben, es wird nicht genug gezahlt und von denen, die zufrieden sind mit Ihrem Einkommen. Die Antworten, die dann kommen, kann man sich anschauen, helfen aber nicht wirklich weiter, weil jeder seine Glaubenswelt verteidigen wird. Das ist so ähnlich, als wenn man fragen würde:"Was ist besser? CDU oder die Grünen?" Und wenn ich hier von "den Zahntechnikern" rede, meine ich Laborchefs und Angestellte.

Wer die richtigen Fragen stellt, bekommt bessere Antworten. Die richtige Frage im Zusammenhang mit der "Geld verdienen in der Zahntechnik" wäre:

Wie kann ich als Zahntechniker mehr Geld verdienen?
Der Fokus wird bei dieser Frage bei Angestellten, wie auch bei Laborchefs in die Lösungs-Perspektive gerichtet und bringt Lösungen, anstatt sich weiter in Problemen zu suhlen.

# 2 Können Innungen oder Tarife beim Einkommen helfen?
Innungen und Verbände/Gewerkschaften können Impulse setzen, um z.B. Tarife für Angestellte oder bessere Rahmenbedingungen für Dentallabore oder Angestellte zu schaffen. Das kann definitiv helfen, ist aber nie der primäre Faktor, um das Einkommen eines angestellten oder selbstständigen Zahntechnikers maßgeblich zu bestimmen.

Deswegen sollten wir aufhören, Innungen oder Verbände weder in den Himmel zu loben, noch dafür verantwortlich machen, dass sie zu wenig für die Zahntechniker tun. Verantwortlich sind wir immer nur Selbst. Denn wenn wir anderen die Schuld für etwas geben, werden wir selber ohnmächtig, weil wir die Macht dann abgeben.

# 3 Nur der Markt und die Werte bestimmen das Einkommen
Die DM Drogerie Märkte und Toyota z.B. haben in ihrem Unternehmen keine hierarchische, sondern eine horizontale Team-Struktur. Das heißt, es wird nicht klassisch von oben gesteuert und Druck nach unten ausgeübt. Das heißt für alle Mitarbeiter nicht nur weniger Stress, sondern das Budget wird ausschliesslich vom Markt bestimmt. Die Teams dort sind autark und bestimmen ihr Einkommen weitestgehend selber.

Auch wenn die meisten Dentallabore noch die hierarchische Struktur einsetzen, kann das Einkommen ausschließlich auch hier nur der Markt bestimmen. Der Unterschied zur horizontalen Struktur ist, dass der Unternehmer des Dentallabors der Schlüssel für den Umsatz und den Gewinn ist. Er ist verantwortlich dafür, dass der Markt ihm das notwendige Budget gibt, um gute Gehälter und sich selbst gut bezahlen zu können.

Was ist der Markt? Es sind die Zahnärzte und deren Patienten. Hier ist wiederum der Zahnarzt verantwortlich, welches Einkommen er sich vom Markt holen kann. Deswegen macht es auch Sinn, als Dentallabor gute Zahnärzte zu gewinnen.

Und damit kommen wir auch schon zu den Werten.

Unabhängig von einer Branche, wird das Einkommen maßgeblich von den Werten bestimmt, die man als Unternehmen liefern kann. Ich meine hiermit nicht die persönlichen Werte, sondern den "MEHRWERT" für Deinen Kunden, den Du liefern musst. Sprich den Nutzen. Wenn Deine Produkte oder Dienstleistungen das Leben Deines Kunden deutlich besser machen, kannst Du gute Preise verlangen und Dich und Deine Mitarbeiter gut bezahlen. Denn dann erst sind Deine Produkte den PREIS-WERT.

# 4 Unser Selbstwert bestimmt unser Einkommen
Wenn ich in den sozialen Netzwerken lese, dass ein angestellter Zahntechniker nach über 20 Berufsjahren nur 2.500 € brutto verdient und 10.000 € Umsatz macht, kann ich nur sagen: Selber Schuld!

Und jetzt kommen wir wieder zu Werten. Dieses Mal geht es aber um die persönlichen Werte, vor allem um den Selbstwert. Das Gleiche gilt für den Laborchef, der in seinen Glaubenssätzen gefangen ist, nicht mehr Geld für seine Leistungen in seiner Region nehmen zu können. Auch das hat etwas mit Selbstwert zu tun. Wer glaubt, seine Arbeiten seien keinen guten Preis wert und passt den Preis dem Markt an und wird immer Geld verlieren. Ein hoher Selbstwert bringt hohes Einkommen.

An dieser Stelle kommt meistens der nächste limitierende Glaubenssatz:"Ja, aber dann verliere ich ja Kunden, wenn ich nicht mit dem Preis runtergehe!"

Ja, das stimmt. Das Dentallabor verliert vielleicht den einen oder anderen Kunden. Aber es sind nicht die guten Kunden, die man verliert. Denn wenn Du, wie oben beschrieben, (MEHR) Werte und wirkliche Nutzen schaffst, bekommst Du auch die Kunden, die Dir und Deinen Mitarbeitern gute Gehälter zahlen. Denn letztendlich sind es die Kunden, die die wahren Arbeitgeber sind . Sie geben uns Arbeit. Und Arbeitgeber bestimmen unser Einkommen.

Fazit:
Keine Innung oder Gewerkschaft kann Dein Einkommen bestimmen. Sie kann nur gute Rahmenbedingungen schaffen. Verantwortlich sind folgende Faktoren:

Der Markt
Der Unternehmer
Die Nutzen und Werte, die das Dentallabor bietet
Ein gesunder Selbstwert
Und jeder kann diese Parameter jederzeit ändern. Es ist immer nur eine Entscheidung. Und tue Dir den Gefallen und sage an dieser Stelle nicht:"Das ist alles einfacher, als gesagt." Das wird Dir nicht helfen, sondern Dich in Deiner Box "gefangen" halten. Nicht alles im Leben ist einfach. Aber Du hast jederzeit die Möglichkeit, Dinge zu ändern. Es ist leichter, als Du jetzt noch denkst.

Denn Du bist der einzige Mensch auf diesem Planeten, der Dein Leben und Deine Umstände ändern kann.

Hallo Rainer,

das jeder selbst für sich verantwortlich ist, ist ja ein guter Ansatz.

Jedoch hätten sich schon in der Vergangenheit Laborinhaber über ihre Verantwortung bewußt werden müssen, was sie sich und ihrer Branche antun, wenn sie ihre geschätzten Mitarbeiter mit niedrigen über Jahre feststehenden  Löhnen abspeisen. Noch dazu ihre Lehrlinge auf einem Niveau halten als wären wir in der Steinzeit. Ein Maurerlehrling verdient da besser.

Und wir dürfen nicht vergessen, dass der Mensch schwach ist.

Schwach ist abzugeben

Schwach ist einen besseren Lohn einzufordern

Schwach ist Dinge zu ändern

Es sei denn es platzt der Kragen.

Ich hatte mal eine Kollegin, die (leider) in ihrem Ausbildungsbetrieb geblieben ist. Wegen ihres niedrigen Gehalts durfte sie zum Arbeitsamt um ihr Einkommen auf das Mindesteinkommen aufstocken zu lassen. Das über einen längeren Zeitraum. Nachfragen beim Chef wurden abgeschmettert. Die Qualität und Quantität ihrer Arbeit stand den der Anderen in nichts nach.

Ich weiß nicht wie lange sie das durchgehalten hat. Ich war jedenfalls schnell wieder weg.

Es ist gut, dass es Menschen wie dich gibt, die dem Ganzen auf den Zahn fühlen, andere Sichtweisen offenlegen und somit die Gehirne wieder in Gang setzen.

Viele Grüße

Thorsten

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Gut geschrieben, allerdings auch keine neue Sichtweise. Nur wir Zahntechniker hinken wie immer hinterher. Der Markt bestimmt das Einkommen! Ganz wichtig! Noch besser, Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Das ist simpelste Marktwirtschaft, die jeder schon in der Schule lernt. Kannst du was, verdienst du was, kannst du das noch begründen...dich gut verkaufen bekommst du das auch. Jedes Labor bekommt die Kunden die es verdient etc... da sind alles Sprüche mit gleichem Grundinhalt.

Auf Dauer wird sich das meiner Meinung auch von selber regeln, gute Labore werden älter, finden keine Nachfolger weil nichts nachkommt. Somit wird irgendwann die Nachfrage das Angebot übersteigen und die Preise werden auch mit weniger Grummeln von Kundenseite akzeptiert.  Die Frage ist nur wer dabei alles auf der Strecke bleibt. Wer sich ständig unter Wert verkauft, braucht sich nicht beschweren das er zu wenig verdient. Da spiele viele weitere Faktoren mit hinein, das ist mit schon klar, allerdings bleibt die Basis die gleiche. Zudem rede ich hier von Angestellten und Laboren an sich. Auch angestellten Zahntechnikern sollte mittlerweile klar sein, das sie Mangelware werden die begehrt ist (schaut nur mal in die Jobbörse). Gibt es mehr Stellenangebote als Zahntechniker verfügbar sind, ist die Rechnung recht einfach.

Grüße

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"Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die Dummheit der Menschen, und bei ersterem bin ich mir nicht sicher" Einstein

Das mit dem Selbstwert ist sicher grunsätzlich richtig. Aber wie oft ist der Selbstwert letztlich nur eine ziemlich verlogene Show, Schaumschlägerei, Selbstbetrug oder das Resultat einer Fata Morgana? Ein hohes Selbstwertgefühl kann jedenfalls durchaus auch ein Zeichen von Inkompetenz, maßloser Selbstüberschätzung und Naivität sein.

Zum Thema Einkommen und Einkommensentwicklung möchte ich hier aber auch auf die Entwicklungen hinweisen, die in dem Blogartikel "Über Rückzüge" ( https://www.freizahn.de/2019/03/ueber-rueckzuege/ ) aufgezeigt und erläutert sind. 

Es ist aus verschiedenen Gründen gut möglich in der Zahnheilkunde und Zahntechnik ziemlich gut zu verdienen, indem man wirklich gute Produkte und Leistungen anbietet. Aber der Zeithorizont ist sehr überschaubar. Die verfügbaren Mittel der potentliellen Kunden des zahnmedizinisch/zahntechnischen Sektors schrumpfen.  

 

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viele Labor Chefs haben in den letzten Jahren nicht nur Technische Innovationen verschlafen sondern auch das größte Kapital im Labor vernachlässigt, die Angestellten!
die Zeiten sind vorbei, wo eine Techniker geht und sofort stehen 3 neue vor der Tür.

 

das gleiche bei Azubis.... Labor XY schreibt eine stelle aus und bekommt 5 Bewerbungen, zwei die auf Studium platz warten und drei die Absagen weil die was besseres gefunden haben.....falls doch einer anfängt, Abbrecher Quote 40+%.

 

wer Gute angestellte haben will, muss in erster Linie SELBER GUT Ausbilden ! wenn ich schon Ausbildung einzeigen sehe wo Führerschein klasse B Voraussetzung ist, bekomme ich das Kotzen.

 

die Jugend von heute hat in 2 min alle Infos im Internet .... wie ist Azubi Gehalt?, wie ist Einstiegs Gehalt?, wie ist Durchschnittsverdienst?.........die denken sich sofort, 3.5 Jahre Ausbildung und mit 1800€ Brutto einsteigen? "bin doch nicht Blöd"

 

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