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Angemessener Lohn?!

Ich bräuchte mal euren fachlichen Rat.

Etwas Hintergrundinfo vorneweg:
Es geht um eine gute Freundin von mir von der ich annehme, dass sie sich massiv unter Wert verkauft. Allerdings kann ich das natürlich schwer einschätzen weil ich nicht aus dieser Branche komme.

- Zahntechnikerin in einem gewerblichen Labor
- 2 Jahre Berufserfahrung
- hauptsächlich Kunststoff- und Metallarbeiten (viele Schienen, mehr Info hab ich leider nicht)

Sie macht täglich Überstunden ohne Ende (natürlich unbezahlt...), Grundgehalt knapp über dem Mindestlohn dazu noch eine geringe Umsatzbeteiligung. Unterm Strich ist sie damit trotz endlos vieler Überstunden (werden vom Chef auch erwartet) unter 2000 Brutto.

Wie würdet ihr das Gehalt und die unbezahlten Überstunden beurteilen?

als Info würde Bundesland noch etwas helfen.

1800€ +/- 200€ Brutto je nach Bundesland und Region, ist Standard im Ersten gesellen Jahr ( Leider )

Kunststoff arbeiten bringen wenig Geld ein in Relation zum Arbeitsaufwand und Zeit.
für Schienen machen muss man nicht mal Zahntechniker sein, ich kenne Gewerbliche Labore da machen eingelernte Leute die Schienen.

ich kann der Junge Dame nur ein Tipp geben... Selbstbewusst sein ! wenn man in der Zahntechnik nicht Selbstbewusst ist wird man gnadenlos ausgenutzt!
Überstunden unbezahlt ist ein NoGo, sofort seinerseits abschaffen.
Gehaltserhöhung verlangen ich sage mal so ca. 2500€l, wenn der Chef nicht 2300-2400 bereit ist zu zahlen kann man getrost die Koffer packen! die Größten Sprünge im Lohn macht man sowieso beim Arbeitgeber wechsel.

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Ich kann Zahnpeter nur Recht geben.

Unbezahlte Überstunden sollten zumindest "abgebummelt" werden können. Ein Chef, der ihr oder seinen Mitarbeitern das nicht zugesteht muss sich nicht wundern, wenn seine Tür ins Labor eine Drehtür ist.

Gerade in der heutigen Situation ist ein Wechsel sicher leichter (wenn es in der Umgebung eine Alternative gibt) als von seinen Chef mehr Geld zu verlangen.

Wie tritt man dem Chef gegenüber?

  • Sich einen Überblick über die eigene Leistung verschaffen - wieviele Schienen, Proth. etc. kommen im Monat zusammen - unbedingt täglich notieren.
  • Termin für ein Gespräch vereinbaren.
  • Chef fragen ob er mit der Arbeit und Leistung zufrieden ist
  • wenn nicht, einschätzen ob seine Argumente gerechtfertigt sind.
  • Frage den Chef ob er es in Ordnung findet, das Überstunden unbezahlt geleistet werden sollen, - schliesslich werden Werte geschaffen, die dem Chef zugute kommen
  • Zum Ausdruck bringen das das nicht in Ordnung ist und das ab sofort keine Überstunden mehr geleistet werden.

Eine gute Verhandlungsposition hat man natürlich, wenn man bestenfalls schon eine Alternative gefunden hat. 

Auf jedenfall empfehle ich nach Alternativen zu suchen, auch, um Erfahrungen zu sammeln, wie z.B. in anderen Laboren gearbeitet wird. 

Es gibt sie noch, Labore in denen die Mitarbeiter geschätzt werden und ein gemeinsames Arbeiten Spass macht.

Beste Grüße

Thorsten

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Danke für eure Antworten.

Bundesland ist Bayern.  

Selbstbewusstsein ist leider keine ihrer Stärken... Sie schätzt die Arbeit an sich und vorallem ihre Kollegen sehr, will daher nichts riskieren. Das mit den Überstunden sehe ich im übrigen genauso, würde es strikt ablehnen welche zu machen...  Sie fürchtet allerdings um ihren Job wenn sie so auftritt. Ohne Alternativen an der Hand kann ich das auch verstehen. 

Die Tipps für das Gespräch mit Chef sind auf jeden Fall gut, mit entsprechender Vorbereitung ist man auch sicherer im Gespräch.

Werde ihr das mal ans Herz legen. 

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Etwas zum Nachdenken: Frischen Zahntechniker eigestellt - gutes Zeugnis - bemüht, gut zu arbeiten - 15 Monate beschäftigt: insgesamt 18000 € Umsatz (Arbeitsleistung) - 40 Stundenwoche -Bundesland Thüringen. Ist die Ausbildung so schlecht oder das BEL ?  Welcher Laborinhaber kann sich das auf die Dauer leisten?

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@muffeldent:

Nein, tut mir Leid, das ist Blödsinn. ca 65€/Tag für einen Jungtechniker bedeutet, dass ihr die Umsätze wahrscheinlich nicht richtig erfasst.

Oder möchtest du ernsthaft behaupten dass er 2 Tage für eine Unterfütterung braucht???

 

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@philcad:

Bekommt ihr 130 € für eine Unterfütterung? Bei uns sind es nur gut 70 €, für eine 14-er Auf- und Fertigstellung sind es rund 140 €. Natürlich wurden die monatlichen Umsätze mit der Zeit besser, aber für einen Jungspunt dauert es trotzdem lange, ehe er richtig ins Laufen kommt. Das gibt es in der Industrie nach so langer Lehrzeit nicht, da kann auch mehr gezahlt werden.

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Naja, wenn du wirklich von einer reinen UF ausgehst ja, meistens kommt doch mehr dazu (Randverlängerung, Sprünge, etc.) und dann bist du auch bei 130€.

 Aber selbst wenn du immer nur 70€ verlangst benötigt dein Techniker gut einen Tag je Unterfütterung???

 

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@Alex93: Das Gehalt ohne die Umsätze und das genaue Einsatzgebiet zu beurteilen ist leider schwierig. Die Überstunden müssen aber auf jeden Fall vergütet bzw. mit Freizeit ausgeglichen werden.

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