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Berechnung Implantat-Komponenten

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Aktives Mitglied Registered

Guten Morgen Stammesgenossen 😉 ,

wir hatten letztens eine Diskussion unter Kollegen bezüglich der Abrechnung von Implantat-Komponenten. Dabei trat folgende Frage auf:

Wir beziehen von Hersteller X Implantat-Teile die mit 19 Prozent Umsatzsteuer berechnet werden.

Werden diese Produkte in der Zahnersatz-Rechnung an unsere Kunden (Zahnärzte) dann ebenfalls mit dem MwSt-Satz von 19 Prozent veranschlagt oder mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent?
Vertragsgebiet ist Bayern, sollte dies eine Rolle spielen.

Gibt es dazu einen Gesetzestext der dies klar regelt?

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 7. November 2014 9:26
Honorables Mitglied Registered

Ja. Es gibt einen Gesetzestext. Beispielsweise hier: http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/ustg_1980/gesamt.pdf

Guckst Du §12, Nr.6 ...

Deine Leistungsposition (z.B. 9898 Implantat X, Hersteller Y, usw. oder 9899 Implantatschraube Z M1.6) kalkulierst Du selbstverständlich unter Berücksichtigung von Wagnis und Gewinn und weist sie dann unter Angabe von Menge, Einzel- und Gesamtpreis in der Einzelrechnung aus. Auch das nicht im Munde des Patienten verbleibende Modellanalog oder das zur korrekten Politur, bzw,. Bearbeitung nötige Manipulierimplantat wird so zu einer zahntechnischen Leistung im Sinne des Praragraphen 12, Nr.6. Am Ende unterliegen alle zahntechnischen Leistungen/Leistungspositionen dem ermäßigten Steuersatz von 7%.

Eigentlich ganz einfach. Deinem kalkulierten Preis solltest Du allerdings zumindest moralische Grenzen setzen.Unschuldig. Ausserdem sollte der Anzahl der so in Umlauf gebrachten Modellanaloge auch ein entsprechender Einkauf stehen.Zwinkernd.

"Was der Planetenlauf umkreist und was ihr Schimmer überglänzt, so weit sei Dir dein Ziel gegrenzt, das hast Du Macht, Dir zu erwerben." ( Parcival, Wolfram v. Eschenbach )

AntwortZitat
Veröffentlicht : 7. November 2014 23:08
Honorables Mitglied Registered

Noch ein Tip: Frage bei deiner zuständigen Innung den oder die zuständigen Abrechnungs-Experten. Die sind in deinen Beiträgen mit drin und werden Dir sicher auch jede andere Frage beantworten können. Also, ich werde das Montag lieber nochmal nachfragen ...Verlegen.

"Was der Planetenlauf umkreist und was ihr Schimmer überglänzt, so weit sei Dir dein Ziel gegrenzt, das hast Du Macht, Dir zu erwerben." ( Parcival, Wolfram v. Eschenbach )

AntwortZitat
Veröffentlicht : 7. November 2014 23:13
Estimable Member Registered

Bei Fragen rund um das Steuerrecht würde ich einen Steuerberater der Innung vorziehen. J

Wenn man Rechnungen erstellt, sollte man wissen was verpflichtend auf diese gehört.

Die meisten Unternehmen in Deutschland sind Vorsteuerabzugsberechtigt. http://www.renowiki.de/Main/Vorsteuerabzugsberechtigung

Die Umsatzsteuer kann man sich vorstellen wie ein Konto beim Finanzamt welches regelmäßig ausgeglichen wird.

Wenn man als Unternehmen immer Geld „wiederbekommt“ macht man etwas falsch und irgendwann wird das Finanzamt nachfragen.

Das Labor würde nicht mehr oder weniger verdienen wenn Zahnersatz nicht dem ermäßigtem Steuersatz 7% unterliegen würde. Nur der Patient würde dies deutlich merkem, eben 12% mehr und diese 12% würde das Labor dann an das Finanzamt weiterreichen....

Sprich der Staat „subventioniert“ unsere Zähne. HaHaHa

Es gab ja mal eine Entscheidung, das Fräszentren für ihr Halbteile auch 7% Ust. ausweisen dürfen, wer profitiert davon wohl?

Ich habe mit dieser Wortmeldung nicht den Anspruch auf Fehlerfreiheit, fragt euren Steuerberater.

Grüße und jetzt muss ich mal weiter schaffen….

AntwortZitat
Veröffentlicht : 8. November 2014 13:53
Aktives Mitglied Registered

Vielen Dank für eure Antworten - leider konnte mir keiner die wesentliche Fragestellung beantworten, darum der Versuch diese noch präziser zu stellen:

Dentallabor bezieht von Hersteller X ein Laboranalog versteuert mit 19 Prozent sowie ein Abutment versteuert mit 7 Prozent.
Aussage Vertriebler der Implantatfirma: "Sie müßen das Laboranalog mit 19 Prozent sowie das Abutment mit 7 Prozent Ihrem Kunden (Zahnarzt) in Rechnung stellen". ZITATENDE Dies soll eine Ausnahme in der Abrechnung sein, die nur bei Implantat-Komponenten gilt (alle fest mit dem Kiefer verbundenen Teile 7 Prozent, der Rest eben dann mit 19 Prozent)

Daher stell ich mir jetzt leider noch mehr ???
Mir ist klar dass die Steuer ein reiner Durchlaufposten ist - was für die Fragestellung auch keine Rolle spielt 😉

Geschrieben von: @hyoideus

Noch ein Tip: Frage bei deiner zuständigen Innung den oder die zuständigen Abrechnungs-Experten. Die sind in deinen Beiträgen mit drin und werden Dir sicher auch jede andere Frage beantworten können. Also, ich werde das Montag lieber nochmal nachfragen ...Verlegen.

Bei den Innungen (VDZI,NBZI) sowie der KZVB hab ich bereits vor zwei Wochen nachgefragt. Bis jetzt ohne jegliche Antwort - tolle Interessenvertretung :-/

Wäre super, wenn mir im Kollegenkreis noch einer zur endgültigen Erleuchtung verhelfen könnte 😉

Wünsch euch einen schönen Abend 🙂

AntwortZitat
Veröffentlicht : 12. November 2014 18:01
 HP
Honorables Mitglied Registered

Mit 19 % rein ( Einkauf) mit 7 % raus ( Verkauf) weil wir Zahntechniker unsere Produkte zum reduzierten Steuersatz verkaufen wir sind keine Kieferchirugen , Zähnärzte oder Katzenfutter Hersteller da gelten zum Teil solch wilde konstrukte.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 12. November 2014 18:26
Estimable Member Registered
Geschrieben von: @hp

Mit 19 % rein ( Einkauf) mit 7 % raus ( Verkauf) weil wir Zahntechniker unsere Produkte zum reduzierten Steuersatz verkaufen wir sind keine Kieferchirugen , Zähnärzte oder Katzenfutter Hersteller da gelten zum Teil solch wilde konstrukte.

Ist auch mein Wissensstand. Die Infos der Implantatfirmen sind meist nur für Zahnärzte, etc. korrekt.

Eine Besonderheit gibt es allerdings: Wenn du die Teile an deinen Zahnarzt weiterverkaufst, da dieser Modellanaloge oder ähnliches über dich bezieht, musst du u.U. 19% MwSt. berechnen.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 12. November 2014 18:55
Honorables Mitglied Registered

sag`ich doch...

"Was der Planetenlauf umkreist und was ihr Schimmer überglänzt, so weit sei Dir dein Ziel gegrenzt, das hast Du Macht, Dir zu erwerben." ( Parcival, Wolfram v. Eschenbach )

AntwortZitat
Veröffentlicht : 12. November 2014 19:26
Aktives Mitglied Registered

Vielen Dank für Eure Bemühungen und Antworten.

Könntet ihr diesbezüglich evtl. auch mal bei euren Innungen nachhaken, da sie mich scheinbar nicht mögen und ich kein Feedback erhalte 😉

Wäre nämlich von Vorteil und würde mich ruhiger schlafen lassen wenn ich eine verbindliche Aussage unserer Interessenvertretung hätte. 😀

Die Abrechnungskraft einer größeren Zahnartzpraxis rechnet nämich die Implantat-Komponenten nach dem Steuersatz ab, der auf der Herstellerrechnung vermerkt ist, sprich bei 19 Prozent auch 19 Prozent auf der Patientenrechnung.

So stellt sich immer noch die Frage: Richtig oder falsch :-/

Bedanke mich nochmals für euere weitere Unterstützung und hoffe ich nerv euch noch nicht allzu sehr 😉

AntwortZitat
Veröffentlicht : 17. November 2014 16:49
Geschätztes Mitglied Registered

Der Zahnarzt berechnet allgemein keine Mehrwertsteuer, weil er als Freiberufler Umsatzsteuer befreit ist. Es sei denn, er hat seine Praxis als Kapitalgesellschaft firmiert, das kommt aber sehr selten vor. Aus diesem Grunden reicht er seine Eingangsrechnung, die 19% MwSt ausweist an den Patienten weiter, ohne Mehrwertsteuer auszuweisen. Wir als Zahntechniker haben den verminderten Steuersatz von 7%, den wir auf unseren Rechnungen seperat ausweisen. Das gilt auch für das berechnete Material. Im Zweifel einfach mal seinen Steuerberater fragen. Der sollte es wissen. Von den Innungen würde ich keine Hilfe erwarten.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 17. November 2014 18:01
Mitglied Registered

Sehr interessante Frage, ich bin interessiert an

AntwortZitat
Veröffentlicht : 13. Dezember 2014 8:32
Aktives Mitglied Registered

Laut Justitiar der VDZI ist bei dem Thema die Rechtsprechung nicht eindeutig und daher fast beliebig anwendbar. Er empfiehlt um Steuernachforderungen zu vermeiden, die Steuersätze so anzusetzen wie sie in den Rechnungen der Implantat-Hersteller ausgewiesen werden....
Solche Themen gibt´s wohl fast nur in der Zahntechnik...

AntwortZitat
Veröffentlicht : 24. Juni 2015 14:00
Vertrauenswürdiges Mitglied Registered

Also ich habe die Angelegenheit folgendermaßen verstanden: Wir kaufen Material zum MwSt.-satz von 19%. Diese 19 % werden vom Finanzamt erstattet! Abführen müssen wir nur die von uns in Rechnung gestellten 7% Umsatzsteuer. Ergo habt ihr keinerlei Vor- oder Nachteile aus der Berechnung.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. Juni 2015 9:51
Aktives Mitglied Registered

Wenn es die Finanzbehörden so durchgehen lassen hast du Recht.

Aber wenn sie der Meinung sind, dass du das Implantat-Material mit 19% MwSt. hättest ausweisen müssen droht eine Steuernachzahlung in Höhe der fehlenden 12% + Zinsen + evtl. Strafe.

Wie gesagt, es gibt leider keine eindeutige Rechtsprechung bzw. Gesetze diesbezüglich :-/

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. Juni 2015 12:47
Vertrauenswürdiges Mitglied Registered

Das heraus zu finden wäre doch mal eine sinnvolle Aufgabe für den VDZI ? Oder ist das zuviel verlangt ?

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. Juni 2015 14:34
Estimable Member Registered

Das betrifft nur das Umsatz-Steuerrecht in der Praxis, dort gibt es Ausnahmeregelungen. Im gewerblichem Labor sollte die Sachlage klar sein... .

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. Juni 2015 15:57
Aktives Mitglied Registered

Sollte ist nicht gerade eindeutig und um das geht´s ja hierbei;)

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26. Juni 2015 14:07
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