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über 40 Jahre alte Konstruktion reparieren

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 wey
Mitglied Mitglied
Beigetreten: Vor 1 Monat
Beiträge: 2
Themenstarter  

Guten Tag allerseits!

Ich suche inzwischen relativ verzweifelt nach Hilfe für meine 95-jährige Mutter.

Sie hat vor gut 40 Jahren eine Konstruktion aus drei Implantatpfeilern, einem darauf mit drei Schrauben fixierten Kamm und einer darauf sitzenden Unterkieferprothese erhalten (siehe Abbildungen).

Schrauben und Gewinde sind jetzt offenbar so ausgeschlagen (bzw. die Schraube abgebrochen), dass sich der goldene Kamm nicht mehr fixieren lässt. Da alles wackelt, hat der Notdienst das Ganze demontiert und geraten, ihr Zahnarzt solle Ersatzschrauben bzw. Reparatursets besorgen. Die gibt es aber anscheinend nirgends für so eine antike Konstruktion.

Kann irgendjemand hier im Forum vielleicht helfen oder raten, wo Ersatzteile zu bekommen wären oder wie sich das reparieren ließe?

Für jeden Hinweis bin ich sehr dankbar!

Einen schönen Tag

Reiner

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homo faber
aktives Mitglied Mitglied
Beigetreten: Vor 8 Jahren
Beiträge: 95
 

Hallo wey,

Wir hatten vor ca. 3 Jahren einen ähnlichen Fall: eine verschraubte Brücke hatte sich mehrfach gelockert und war immer nur „intuitiv“ wieder festgeschraubt worden. Dann landete die Patientin bei einem unserer Kunden und hatte keinerlei Unterlagen über die 15 -20 Jahre alte Arbeit, wobei die Abutments nicht lösbar waren, ohne einen Schraubendefekt zu riskieren. Wenn diese in den Fotos hier gezeigten Abutments lösbar sind, wäre es sinnvoll und sehr hilfreich, die Abutmentanschlüsse durch mehrere Makrofotos zu dokumentieren.

Wir sind folgendermaßen vorgegangen.

Mehrere Makroaufnahmen der Schrauben wurden gemacht.

Die Schraube der Länge nach in eine Präzisionsschieblehre (mit eingedrucktem Nonius) geklemmt und fotografiert. Dicke der Gewindestange und des Schraubenkopfes, dessen Durchmesser und Höhe wurden mit einem Mikrometer-Taster bestimmt.

Dann wurde das Schrauber-Profil bestimmt. Alternativen sind z.B. Schlitz- Vierkant-,

Sechskant- und unterschiedliche Sternschrauber.

Dann haben wir die Schraube parallel zu einigen vergleichbaren aus unserem Sortiment platziert und weitere Makrofotos gemacht.

Mit diesen Unterlagen startete dann ein Katalogwälzermaraton – gut geeignet ist dazu der Medentika-Katalog, da diese Firma (inzwischen eine Straumann-Tochter) viele kompatible Produkte anderer Implantat-Hersteller liefert.

Wir haben dann ein paar der ähnlichsten Schrauben bestellt, noch einmal direkt verglichen, auch was die Steigung der Gewinde und die Tiefe der Gewindegravuren anging, dann zartfeinfühlige Einschraubtests vorgenommen und schließlich die gefühlsmäßig beste Schraube mit dem vorgegebenen Drehmoment festgeschraubt. In den folgenden 6 Wochen wurde regelmäßig der Sitz durch Drehmomentcheck überprüft, anschließend noch je einmal in drei folgenden Quartalen.

Um diese „Rettung“ nicht zu gefährden trägt die Patientin seitdem brav eine funktionsgerechte Aufbiß-Scheine nachts und therapeutisch wirkungsvoll auch tagsüber intervallmäßig.

Anfang kommender Woche seh’ ich mal im Labor nach, ob da noch gespeicherte Fotos vorliegen und könnte dann, wenn gewünscht, hier ein paar Beispiele nachliefern.

hf

Schieblehre

 


   
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homo faber
aktives Mitglied Mitglied
Beigetreten: Vor 8 Jahren
Beiträge: 95
 

...gibt leider nur noch das Dokufoto der gefundenen Schraube für's Archiv.   hf

Astra Tech

 


   
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 wey
Mitglied Mitglied
Beigetreten: Vor 1 Monat
Beiträge: 2
Themenstarter  

Vielen Dank, hf, für die Hinweise!

Wir waren gestern bei einem sehr engagierten Zahnarzt, der in knapp zwei Stunden das abgebrochene Schraubenteil entfernt und in seinem in 30 Jahren gesammelten Fundus tatsächlich drei Schrauben gefunden hat, die sich nach händischer Kürzung verwenden ließen. Eine davon mußte einzementiert werden, bei der anderen der Schraubenkopf abgenommen, sozusagen vernietet werden. Jetzt sitzt wieder alles und hält hoffentlich lange.

Einen schönen Tag!

wey


   
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homo faber
aktives Mitglied Mitglied
Beigetreten: Vor 8 Jahren
Beiträge: 95
 

Wie schön -  Glück gehabt. Im Laufe vieler Jahre sammeln sich enorme Sortimente ungenutzter Fertigteile, was einem hin und wieder zur Überraschung und Freude von Kunden deren Patienten quasi aus der Patsche helfen lässt.

War also ein schöner Tag - schönen Gruß dazu.

hf


   
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