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Gnathologie im Artikulator

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homo faber
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Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen, seit vielen Jahren bemühen wir uns, die Funktionalität des von uns gefertigten Zahnersatzes, der Aufbiss-Schienen und Antischnarchschienen (jetzt der UKPS) zu optimieren – ganz entgegen zum Trend der KKs, die dies nicht wertschätzen und daher kaum bezuschussen.

Würde gerne erfahren, was ihr so macht, welche Erfahrungen daraus resultieren und von unseren Versuchen, „Machenschaften“ und Erfahrungen berichten.

Händisch haben wir vor vielen Jahren bei und mit unseren Kunden die Gelenkbahnneiungsbestimmung nach Prof. Gerber gemacht und sein Intraoralregistrat.

Dann versank das Interesse daran mehr oder weniger und wir erhielten auch digital gewonnene Daten, die sich (leider) als nicht effektiver erwiesen und dann auch sehr schrumpften, obwohl es unabdingbar guten Einfluss hatte und hat, wenn zur Fertigung von Zahnersatz etc. Funktionsangaben zur Verfügung stehen.

Bin gespannt ob es dazu Interesse gibt.

hf


   
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homo faber
Estimable Member
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Also mach ich mal den Anfang – um Interesse zu wecken.

Kürzlich war eine Kollegin zur Anprobe eines 28ers in einer Praxis. Eine Mitarbeiterin

setzte dem Patienten, einem älteren Herrn, den ZE ein, sagte: „lächeln Sie einmal“, reichte

ihm einen Spiegel und fuhr fort: „schaun Sie mal, die neuen Zähne stehen Ihnen doch gut, sieht richtig schön aus“. Der Patient gab den Spiegel gleich zurück, ohne hineingesehen zu haben und sagte: „Iss mir schei… egal wie’s aussieht, Hauptsache die Beißer funktionieren beim Beißen...sind mein dritter Versuch“; zu diesem „Versuch“ war er zufällig und auf Empfehlung seines Nachbarn bei unserer Kundin gelandet und zu deren Freude als Zusatzversicherter.

So war es, bei der Ankündigung der Arbeit und des Patienten als „Problembär“, ein Leichtes

etwas „gerbern“ anzukündigen: Gesichtsbogen, Pfeilregistrat und Protrusivbissnahmen.

Das ging dann entsprechend vorbereitet überraschend schnell in der Praxis vonstatten, wobei meine „Protusionsbissnahmen“ dort für Überraschung sorgten: mit wachsbelegten, etwas abgewandelten George-Gauge-Bissgabeln entweder bei halber Protrusion oder bei einem und zwei Dritteln der maximalen Protrusion.

Nach schädelbezüglicher Übertragung des OK in den Arti werden die Modelle mit den Protrusiv-Bissnahmen fixiert, die Gelenke des Artis geöffnet, die fixieren Modelle mit dem UK eingestellt, das OK-Element ohne Magnet freihändig auf die OK-Platte platziert und dann die Gelenkbahnen vorsichtig tastend der Position angepasst indem die Winkel verstellt werden – und schon hat man in den meisten Fällen den Gelenkbahnwinkel in erster Näherung. Ein paar Fotos werde ich demnächst nachliefern.

Auf dieser Grundlage erstellter ZE funktioniert deutlich besser und vor allem Aufbiss-Schienen haben erwiesener Maßen einen besseren therapeutischen Effekt. Die Protrusiv-Bissnahmen dienten seinerzeit bei der manuellen Gelenkbahnwinkelbestimmung nach Gerber als Kontrollhilfe. Unsere „Umkehr“ führt zwar nicht zu einer exakten Winkel-bestimmung, aber diese „erste Näherung“ hat bei uns seit vielen Jahren deutlich bessere Ergebnisse als die schlichte Zentrikbissnahme in einem Standartartikulator.

hf


   
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homo faber
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...und hier ein paar Fotos

GnathoPrimitiva 1
GnathoPrimitiva 2
GnathoPrimitiva 3
GnathoPrimitiva 4

 hf


   
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homo faber
Estimable Member
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...gerne hätte ich mit den Beiträgen wieder etwas mehr Interesse für die Funktionalität unseres Kauapparates geweckt, dem auch einige meiner "Dentalfreunde" frönen. Egal welche Fachzeitschrift man aufschlägt: Ästhetik, Ästhetik, Ästhetik.....also - ich habe nichts gegen Schönes...impressionistische Bilder von Monet etc.; auch Bilder des "genialen Belichters" Jan Vermeer faszinieren mich. Anderseits fasziniert mich die komplexe funktionelle Motorik unsere Unterkiefers und ihre Auswirkungen innen bis zum Ende der Verdauung und außen den Schädel hinauf und runter über Nacken, Schulter, den Rücken hinunter. Die Diagnostik in dem Bereich ist seitens der KKs unverständlich unterbewertet - woran liegt es, das ganz allgemein diesem, man könnte sagen "lebenswichtigen" Thema so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wir haben ein Specktrum von Menschen, denen man rechtzeitig, bevor sie 30 waren, therapeutisch wirksame Schienen verordnet hat und die durch diszipliniertes Tragen die weitere Zerstörung ihrer Zähne erspart blieben und anderen die ohne Schiene ihre Zähne bruxistisch vernichtet haben. Es heißt doch "Vorbeugen ist besser als heilen", oder? Gut funktionierende Zähne kann man natürlich auch schön ästhtisch machen - das durch die Sanierung erzeugte schöne Lächeln kommt dann aber wohl eher von der Schmerzfreiheit als von der Farbe A2 oder einer wirklich natürlichen Schichtung. Naja - nichts für ungut. hf


   
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homo faber
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...könnte es sein, dass vielleicht etwas Sarkasmus hilft? Auch im Hinblick des Desinteresses seitens

der Zahntechnik *und* der Zahnmedizin und daher eine satirische Wende zum Thema  „Knaxtologie im Kopf“ ratsam oder gar nötig ist?...schmaumamal… 😉 hf


   
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